Berlin - Karl-Marx-Straße
-zentraler Abschnitt-

Wohnungen ursprünglich errichtet: 21.100 WE

Wohnungen aktuell: unbekannt

Bauzeitraum: ab 1951


...ein Spaziergang vom Frankfurter Tor bis zum Straußberger Platz, also dem zentralen und somit öffentlich repräsentativ errichteten Teil.


Über die Karl-Marx-Allee (ehem. Stalinallee) ist viel zu berichten - und das am Ende der Seite. Die Allee selber wurde 1953 fertiggestellt, es folgten aber noch weitere Wohnkomplexe im Umfeld mit insgesamt 21.200 Wohneinheiten (nördlich und südlich der Allee, sowie die Bebauung der Lücken zwischen den Komplexen). Die Bilder zeigen die bis 1953 gebauten Komplexe direkt an der Allee, bzw. die nachverdichteten Gebäude.


Weitere Siedlungen im weiteren Umfeld sind u.a. Frankfurter Allee-Süd und das Ensemble am Leninplatz (heute "Platz der Vereinten Nationen").

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Quellen: siehe hier

  & eigene Beobachtungen

Fotos: T. Nagel (2009)

Informationen und Hintergrund
(aus:  Engel & Ribbe (1996): "Karl-Marx-Allee - Magistrale in Berlin"):


"Der sowjetisch orientierte, monumentale und zentrale Bereich der Karl-Marx-Allee erstreckt sich auf einer Länge von 1,8 Kilometern (vormals Stalinallee, nach seinem Tod wurde Allee umbenannt). Dieser Kern des Bauvorhabens wurde als Boulevard geplant und ist durch bis zu 10.000 freiwillige und Bauarbeiter entstanden. Das ganze hatte einen Namen: "Nationales Aufbauprogramm Berlin 1952". Für alle Beteiligten bestand die Möglichkeit auf Geldgewinne einer Lotterie oder Wohnungsanrechte in der Allee.

Die Planungs- und Baugeschwindigkeit war unglaublich: 1951 ausgeschrieben und Baubeginn, erster Bezug 1952, endgültige Fertigstellung zum 21.12.1953 - Stalins Geburtstag. Dieser Zentralbereich der Allee erstreckt sich vom Straußberger Platz bis zum Frankfurter Tor. Die Kuppelbauten am Frankfurter Tor und die 500 Meter lange östliche Verlängerung (beginn der Frankfurter Allee) wurden zu 1960 fertig gestellt. Die Straße liegt, im nach dem Krieg total zerstörten, Stadtteil Friedrichshain und schließt sich am Alexanderplatz der Alexanderstraße an. Die Allee wurde in sieben Bauabschnitte unterteilt (die alle gleichzeitig gebaut wurden) und ist von sechs Architekten geplant worden (H. Henselmann, E. Hartmann, R. Paulick, K.W. Leucht, H. Hopp, K. Souradny).

Als man nach Fertigstellung des Kernstückes der Karl-Marx-Allee feststellte, dass die verzierten Wohnkomplexe  zwar imposant und eindrucksvoll waren ("stalinistische Zuckerbäckerstil") und somit den Sinn der Prachtstraße erfüllten, jedoch nicht den schnell benötigten Wohnbedarf befriedigen konnte, plante man für den angrenzenden Bereich andere Bauweisen. Außerdem konnte man den Arbeitern weitere Rekordleistungen nicht zumuten, bzw. es gab Demonstrationen (17. Juni 1953 als Stichwort). Hinzu kam, dass Stalin tot war und somit alles, was mit ihn in Erinnerung gebracht werden konnte, schnell "entfernt" wurde."