Köln - Chorweiler

Wohnungen errichtet: 10.000 WE

Wohnungen ursprünglich geplant: 20.000+ WE

Bauzeitraum: 1960 - 1990


Das Zentrum von Chorweiler entstand erst in den 1970er Jahren, Baubeginn der eigentlichen Siedlung war bereits 1960 und ist als „künstlicher Stadtteil“ ein typisches Beispiel der Städte- und Wohnungsbaupolitik dieser Zeit. Die Idee einer „Neuen Stadt“ des Architekten Fritz Schumacher von 1922, wurde 1957 wieder aufgegriffen, um der Wohnungsnot der Nachkriegszeit zu begegnen. Ziel war es, Wohnraum in der Nähe der Industriegebiete im Norden der Stadt zu schaffen. Auf engstem Raum sollte eine eigene kleine Stadt für 100.000 Menschen entstehen, die Wohnung, Arbeit, Handel, Freizeit und soziale Einrichtungen auf kurzen Wegen verbinden würde.

Eine Grundidee dieser Stadtplanung war die heute bestehende Skyline: Im Süden wurde mit überwiegend ein- bis vierstöckiger Bebauung begonnen, im Zentrum entstanden dann Hochhäuser mit bis zu 30 Etagen und zum Norden fällt die Bebauung langsam wieder herab.

Der zentrale Teil Chorweiler und Chorweiler-Nord, wurden in den 1970er- und 1980er-Jahren erbaut. Das Ergebnis war die größte Plattenbausiedlung in Nordrhein-Westfalen, wobei erst 1976 eine Einkaufszeile fertiggestellt zur Nahversorgung wurde. Insgesamt wurden anders als geplant, letztendlich nur 10.000 WE gebaut.

Die „Gigantonomie“ mit mehr als 20.000 errichteten Wohnungen auf „einen Schlag“ galt als nicht mehr zeitgemäß, so dass die Siedlung 1990 abgeschlossen wurde (wobei bis heute in den Randbereichen Erweiterungen stattfinden, jedoch nicht in dem „Projektrahmen“ der eigentlichen Sieldung Chorweiler).

Auch viele der geplanten Bürobauten wurden nicht umgesetzt, so dass sich die geplante Infrastruktur bald als zu großzügig erwies und das Konzept von „Wohnung und Arbeit“ nicht verwirklicht wurde.

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Quellen: siehe hier

  & eigene Beobachtungen

Fotos: T. Nagel (2007)